Maler, Grafiker, Zeichner, Bildhauer:

1938 wird Edgar Mrugalla in Berlin geboren. Nach einer dürftigen Schulbildung verlässt er 1952 die Volksschule und arbeitet in den folgenden Jahren in mehr als 30 Berufen wie z.B. Hilfsbootsbauer, Bimmeljunge, Heizer, Preisboxer, Kohle-, Öl- und Zeitungsfahrer, Tannenhändler etc.

1957 verlässt er den Osten und wechselt in den Westen über. Edgar handelt mit allem, womit man in dieser Zeit etwas Geld verdienen kann.

1966 heiratet er seine Frau Monika, mit der er 3 Kinder haben wird. Den Lebensunterhalt der jungen Familie verdient Edgar als Kipper- und Heizölfahrer.

1968 gründet er eine Entrümplungsfirma und eröffnet einen Trödelladen. Da er die Werte von Antiquitäten und Gemälden nicht einschätzen kann, luchsen ihm Berliner Kunsthändler echte Gemälde für wenig Geld ab.

1969 fängt er an, sich mit der Malerei und mit der Restaurierung von Ölgemälden zu beschäftigen.

1971 tritt er dem BBK – Bund Bildende Künste – in Berlin bei und fertigt seine ersten Kopien an, die so gut sind, dass die Händler immer mehr Bilder wollen. Von der Restaurierung allein kann er nicht leben und so verkauft er seine ersten Kopien für wenig Geld an Händler, die mit Expertisen aus den Kopien „echte“ Werke machen und somit viel Geld verdienen.

1974 findet Edgar bei einer Entrümplung 24 farbige Otto Mueller Kreidezeichnungen. Diese echten Zeichnungen bietet er einigen Kunsthändlern in Berlin zum Kauf an, doch argwöhnisch geworden zeigt einer von ihnen Edgar bei der Polizei an. Eine Hausdurchsuchung folgt und die Zeichnungen werden beschlagnahmt. In dem nun folgenden Prozess wird er beschuldigt, die „gefundenen“ echten Otto Mueller gefälscht zu haben. Nach 8 ½ Jahren wird er vom Schöffengericht in Tiergarten freigesprochen. Doch der Ruf als Restaurator, Antiquitätenhändler und Künstler ist dahin.

1980 verlässt er Berlin und zieht nach Schleswig-Holstein. Dort kopiert er im Verborgenen ca. 3000 verschiedene Werke.

1987 deckt die Kripo alles auf. Er wird zu 3 Jahren Haft verurteilt, die auf 2 Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden. Es folgen nun Ausstellungen seiner Werke in ganz Europa.

1990 eröffnet er eine Galerie in Büsum, in der er seine echten und falschen Werke zeigt und verkauft. Zusätzlich erteilt er Malunterricht.

1993 veröffentlicht er seine Lebensgeschichte bei Ullstein.

2006 stirbt seine Frau Monika und er zieht sich aufs Land zurück.